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Eine
von drei Sauen ist ausgebrochen und hat sich ein wenig den
Vorgarten angesehen.
Dabei
ist sie auf den Geschmack der Freiheit gekommen, denn inzwischen
war sie mindestens viermal draussen.
Wir
haben mit Hilfe - und zur Begeisterung - unserer engagierten Gäste
Katja, Steffi, Alfred und Nico den Ausreisser jedesmal wieder eingefangen, und unser Freund
Ken hat den Pferch derart ausbruchsicher gemacht, dass wir
jetzt locker ein paar Elefanten halten könnten.
Dass unser unternehmungslustiger Ringelschwanz überhaupt wieder
in seinen Pferch bugsiert werden konnte, war allerdings zu einem
grossen Teil auch unserem alten
Jumbo (31) zu verdanken.
Aber erst sollte ich vielleicht die Story mit dem schwarzen Bullen
erzählen... leider gibt es hiervon keine Fotos: ich war einfach zu
baff, um zu reagieren. Aber beim Betrachten der Verfolgungsbilder
weiter unten kann man sich ein wenig vorstellen, wie es zuging, als
Jumbo bei seiner Bullen-Jagd "die Sau rausliess", (wobei
er sich bei seinen Einsätzen mit der Dosis seiner Angriffslust
gewissenhaft an der Körpergrösse der jeweiligen Verfolgten orientierte...).
Ich
war an jenem Tage also grade hinter dem Haus beim Unkraut jäten, als
Bart plötzlich laut bellend um die Ecke geschossen kam und
einen
schwarzen
Bullen anging, der - von mir bis dahin unbemerkt - unten bei der
alten Scheune durchs Tor hereingetrottet war. Dieses Gebell
rief Jumbo auf den Plan, der irgendwo im Schatten gedöst
hatte. Glaubt es oder glaubt es nicht, aber ich hätte jede Wette
verloren, wenn ich dies nicht selbst gesehen hätte: wie vom Blitz
getroffen startete Jumbo durch, galoppierte aus dem Stand von Null
auf Was-weiss-ich in Richtung Hund und Bulle, raste dem schwarzen Vieh
hinterher (welches nicht mehr so recht wusste, vor wem es sich nun
mehr in Sicherheit bringen muss - Hund oder Pferd), die Ohren
angelegt, buckelnd und quietschend, die Zähne gebleckt, sein
Territorium verteidigend. Er war in Sekunden um 15 Jahre jünger
(wenn natürlich auch nicht mehr so gelenkig, aber das vergass er in
diesem Moment völlig), hatte das Rindvieh nullkommanix
eingeholt und attackierte im gestreckten Galopp dessen Hinterteil
mit allem, was an Vorderzähnen noch verfügbar ist. Der Bursche
suchte daraufhin sein Heil im Unterholz, jedoch vergebens. Jumbo
jagte ihn im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein, und im
Nu waren sie ausser Sicht. Ich hörte nur noch Quiecken und Krachen
und hoffte sehr, dass sich keine der Parteien ihre Knochen da
drinnen im undurchdringlichen Gebüsch bricht. Kurz darauf kam
der Schwarze wieder zum Vorschein, noch immer den kupferroten
Revierverteidiger im Nacken. Wie von Sinnen rasten beide die Strasse
hinauf, in Sekunden verdeckt von einer Riesenstaubwolke, gefolgt von
Bart, bellend, hechelnd, völlig ga-ga.
Dann
folgte Stille...
Nach
geschlagenen 5 Minuten kam Jumbo zurückgedonnert, allein, hoch
aufgerichtet, laut wiehernd und mit Nüstern gross wie Tennisbälle,
den Schweif senkrecht in der Luft, der Triumph in Person... Ich
stand noch immer wie vom Donner gerührt an der Stelle, wo ich einen
Holzprügel aufgehoben hatte, um ihn dem Bullen auf den Kittel zu
schleudern. Aber was ist schon ein Stück Holz gegen so eine
rotbraune Adrenalinbombe?
Ebenso unschlagbar
war der Dicke denn auch in Sachen Schwein, wenn auch wesentlich gemässigter...
Wenn es um die Verteidigung "Seines Hofes" geht, ist
er gnadenlos zur
Stelle, und er wich dem
"Schweinebergungsteam" bzw. der Sau selbst nicht vom
Schinken.
Mit
soviel Opa-Einsatz hatte natürlich
keiner gerechnet
und alle haben sich köstlich amüsiert, denn selbst beim Zurücktreiben
des Mehrfachausbrechers in den Pferch war er absolut hautnah am
Geschehen und liess sich nicht vertreiben, bis der mobile Braten
wieder im Gehege war. Jumbo hat offensichtlich nicht
nur Cow-Sense, sondern auch Sau-Sense,
und der Titel "Wach-Wallach" ist seitdem sein
eingetragenes Markenzeichen...
Hier ahnte der Schwarze noch nicht, was ihm bald
blühen würde... |
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