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Hallo Freunde,
es
wird nun endlich Zeit, dass ich mich aus dem fernen Canada wieder melde. Die
Zeit vergeht hier einfach wie im Flug. Auch wenn ich lange nichts von mir habe
horen lassen,
werde ich Euch doch alles genau und der Reihe nach berichten. Gleich vorab: es
ist Winter in Canada - mit grosser Kaelte und minus 22°C in der Nacht, aber
dafuer tagsueber bei 0 Grad herrlicher Sonnenschein. Damit die Ladezeiten nicht
zu lange werden, sende ich mit dieser Mail erstmal die sommerbilder und mit der
naechsten mail dann winterbilder (natuerlich bald!!!! versprochen..)
Die letzten Male habe ich Euch vom Erwerb eines Trucks erzählt und davon, dass die Baugrube ausgehoben ist. Nun, inzwischen habe ich auch einen guten und kraeftigen Traktor, den ich bei den Bauarbeiten gut einsetzen kann - zum Beispiel, um das alte originale (Anno 1927) Outhouse zu versetzen. So ein "altgedientes" Haus ist zu schade zum eireissen. Der Sommer war ja traumhaft und fuer den Bau ideal. Darum sind wir auch sehr weit gekommen. Das heisst, das neue Ranchhaus ist bis auf den Innenausbau fertig. Unser Marco, der inzwischen wieder in Deutschland ist, hat es sich nicht nehmen lassen, ein richtiges Richtfest mit Richtspruch in englisch zu veranstalten! In Canada gibt es so etwas nicht und alle Anwesenden waren begeistert. Meine beiden Soehne Florian und Daniel haben uns auch schon besucht, und beim Bauen fleissig mitgeholfen.
Das
Haus wurde im wesentlichen von den beiden Carls erbaut. "Die Carls",
das sind gelernte Carpenter, also Zimmerleute, die aber alles koennen. Egal, ob
berechnen der Plaene, Betonieren, Tueren und Fenster einbauen, oder Dachdecken.
"Carl #1" und "Carl #2" machen alles und koennen alles. Ich
bin sehr froh, diese beiden zu haben, denn sie sind auch sehr fleissig. Nur
eines koennen sie nicht, und werden es wohl auch nie lernen: das Planen. Oft kommen wir aus der
Stadt und bringen benoetigtes Material mit, und am naechsten Tag heisst es
prompt: "Spaetestens
morgen brauchen wir dies oder jenes ganz dringend...". Naja, wenn das die einzige
Macke ist...
Nun
aber genug vom Bau. Wir werden es jedenfalls soweit schaffen, dass wir im Mai schon die
ersten Gaeste erwarten koennen, auch wenn die Aussenanlagen noch nicht fertig
sind.
Auf
dem Grundstueck war auch ein riesiger, unvollendeter Schuppen, der mit gutem
Material und Fundament seit ueber 20 Jahren da stand, jedoch nie ein Dach
hatte. Er war einfach oben offen, und nach dem Betreten sah man den Himmel
genauso, wie vorher draussen. Inzwischen haben wir ein richtiges schoenes Dach daraufgesetzt,
und Boxen
fuer die Pferde eingebaut. Apropos Pferde: unsere
Pferde Jumbo - mit seinen 28 Jahren - und Winny, Barbaras schwarze Stute, haben nicht nur den
Flug nach Canada gut ueberstanden,
sondern sie haben sich auf der Quarantaene-Ranch in Manitoba richtig wohl-
gefuehlt. Da wir mit dem Hausbau beschaeftigt waren, liessen wir die Pferde nach der
Quarantaenezeit noch den
Ich
musste nun tatsaechlich einen Pferdeanhaenger anfertigen lassen, und Babs und ich
fuhren im September ein zweitesmal nach Manitoba um die Pferde zu holen. Sie
sind also nun wohlbehalten auf unserer Ranch eingetroffen. Jumbo, der alte Herr,
hat alles sehr
gut ueberstanden, und Winny (in Manitoba bezeichnenderweise "Staubsauger"
genannt) hat weiterhin Angst, sie koennte verhungern, denn sie ist und
bleibt nunmal
verfressen.
Auf
unserer zweiten Fahrt nach Manitoba hat uns uebrigens erstmals unser Bart begleitet.
Ach - Ihr kennt Bart nicht! Ja das
ist - neben unseren beiden Katzen Silver und Lucky - ein weiterer Neuzugang auf
der Ranch. Bart ist unser inzwischen fast 6 Monate alter Hund, ein Border Collie
Mix,
ganz lieb und immer fuer Action zu haben. Er faengt auch schon an, auf uns und
die Pferde aufzupassen. Am liebsten aber spielt er mit den Katzen, das heisst im
Haus. Draussen
Im
Moment muessen wir auf Bart sehr aufpassen, denn die Koyoten kommen langsam
naeher ans Haus. Manchmal ist es schon unheimlich, wenn man sie jagen hoert. Erst kommt ein kurzes
Jaulen, dann folgt ein riessengrosses Hetzgejaule und dann
absolute Stille. Man weiss dann genau, dass sie wieder Beute gemacht haben...
Ein
Elch hat uns auch schon besucht, und im sommer hat eine Baerin mit ihren drei
Jungen das Grundstueck durchquert, wie im letzten Bericht kurz erwaehnt. Inzwischen aber sind die
Baeren im Winterschlaf und die Deer, das ist hier eine Hirschart, sind etwas suedlicher gezogen.
Die Kolibris sind samt der Gaense in den Sueden geflogen. Verschiedene Enten,
Haeher und Spechte aber bleiben im Winter hier. Am notwendigsten haben es bei uns aber die
Meisen. sie versorgen sich
Selbstverstaendlich
ist auch mein Freund der Biber noch da. Der Biber hat in diesem Sommer
erheblichen Schaden angerichtet und ich muss ihn etwas einschraenken.
So liebe Freunde, ich habe Euch nun das wichtigste ueber die Entwicklung der Graham Dunden Ranch erzaehlt und hoffe, nichts vergessen zu haben. Doch, eins noch: man kann uns jetzt auch telefonisch erreichen, nicht weil wir eine feste Telefonleitung haben, nein, DAS schafft Telus wohl in diesem Leben nicht mehr zu erschwinglichen Preisen... Weil ich ein altes 3-Watt-Telefon kaufen konnte, und das sendet einwandfrei. Bitte denkt aber an die Zeitverschiebung. Wir sind immer neun Stunden hinter euerer Zeit, wenn es bei euch 5 Uhr Nachmittag ist, dann haben wir erst 8 Uhr frueh des selben Tages!
Unsere
Telefonnummer 001 250 395 0756, wenn Ihr uns nicht erreicht, hinterlasst
bitte eine Nachricht, wir rufen gerne zurueck. Lasst die "Blechtante"
am Telefon aussprechen, und dann koennt Ihr nach dem Signalton eine Nachricht hinterlassen.
Viele herzliche Gruesse senden Euch
Wolfgang
und Barbara
